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Warum Trockenfutter deinem Haustier schadet

Aktualisiert: 18. Nov. 2022


Das Thema Trockenfutter ist immer wieder sehr umstritten. Dabei sind jedoch leider auch Argumente im Umlauf, die auf keiner wissenschaftlichen Grundlage basieren. Entstanden meist zu Marketing Zwecken, halten sich diese hartnäckig.

Ich möchte daher nachfolgend ganz neutral und wissenschaftlich erläutern, warum Trockenfutter der Gesundheit von Hunden und Katzen schadet.




Natürliche Ernährung

Wir müssen uns zunächst die Biologie von Hunden und Katzen anschauen.

Beide sind von Natur aus Fleischfresser, was man an verschiedenen Körpermerkmalen erkennt. Dazu gehört beispielsweise das Gebiss, aber auch die Darmlänge. Hunde und Katzen haben einen für Fleischfresser typischen, kurzen Darm.

Tierische Zellen besitzen lediglich eine Zellmembran und können daher leicht verdaut werden. Pflanzliche Zellen dagegen haben zusätzlich auch eine Zellwand, welche sich schwieriger verdauen lässt. Daher haben Pflanzenfresser einen deutlich längeren Darm.


Bei Hunden hat sich gezeigt, dass diese sich etwas in Richtung Allesfresser weiterentwickelt haben, d.h. die Ernährung darf auch Gemüse enthalten. Der Fokus sollte jedoch trotzdem auf dem Fleisch liegen und einen Anteil von mindestens 80% in der Ernährung ausmachen.

Bei Katzen hingegen gibt es keine Weiterentwicklung, diese ist noch immer ein reiner Fleischfresser, weswegen Trockenfutter für Katzen besonders problematisch ist, wie du nachfolgend merken wirst.

Man hört immer wieder das Argument, dass die natürlichen Beutetiere der Katze Pflanzenfresser sind und daher pflanzliche Bestandteile im Magen mit gefressen werden, was auch grundsätzlich stimmt. Jedoch muss man auch das richtig einordnen und betrachten. Die pflanzlichen Bestandteile machen bei einer Raubkatze in der Natur maximal 5% der Ernährung aus, d.h. 95% sind Fleisch, Organe und Knochen. Zudem kann die Katze die pflanzlichen Bestandteile aufgrund fehlender Enzyme nur bedingt verdauen.

Man merkt also recht schnell, dass dieses Argument keine besonders große Tragkraft hat, vor allem dann, wenn man die Inhaltsstoffe der meisten Trockenfutter betrachtet.




Die Inhaltsstoffe

1. Flüssigkeit

Ganz klar ist: Trockenfutter enthält nahezu keine Flüssigkeit. Die meisten Raubtiere nehmen Wasser primär über die Nahrung auf. Dass dieses im Trockenfutter fehlt, ist vor allem für die Katze sehr problematisch. Unsere Haus- und Rassekatzen stammen von einer Wüstenkatze, der Falbkatze, ab. Diese hat in ihrem natürlichen Lebensraum nahezu keinen Zugang zu Wasser und ist daher darauf angepasst und angewiesen, Wasser über die Nahrung aufzunehmen. Da frisches Fleisch etwa 80% Wasser enthält, ist das kein Problem.

Diese biologischen Anpassungen sind aber auch bei unseren Haustieren noch immer vorhanden. Die Ernährung mit Trockenfutter zwingt die Katze dazu, viel zu trinken. Jedoch kann keine Katze die in dieser Art der Nahrung fehlende Flüssigkeit alleine durch das Trinken ausgleichen, egal wie motiviert sie trinkt. Die Tiere sind deswegen unterversorgt mit Wasser, wodurch auf Dauer die Niere Schaden nimmt, da diese Flüssigkeit benötigt, um zu funktionieren. Gerade aus diesem Grund ist die Niereninsuffizienz bei Katzen so weit verbreitet und leider in der Mehrheit der Fälle ein unbewusst selbst gemachtes Problem, an dem viele Katzen verfrüht sterben.

Durch den Flüssigkeitsmangel kommt es bei solchen Tieren auch regelmäßig zu Struvitsteinen, da der Urin sehr stark konzentriert ist und das ganz natürlich im Urin enthaltene Magnesium, Ammonium und Kalziumphosphat auskristallisieren kann. Der Schlüssel zur Lösung des Problems ist auch dabei die artgerechte Ernährung. Dann ist der Urin nämlich stark genug verdünnt. Dadurch sinkt die Konzentration der genannten Stoffe und diese können nicht mehr kristallisieren. In besonders schlimmen Fällen kann eine genetische Komponente vorhanden sein, dann empfehle ich zusätzlich zum gesunden Futter eine Nahrungsergänzung, die den Urin ansäuert und die Steine dadurch aufgelöst werden. Diese Ergänzung finden Sie hier.

Darüber hinaus kann durch die fehlende Flüssigkeit das Trockenfutter auch nicht optimal verdaut werden, da dieses im Magen erst aufquellen muss, was den Verdauungsvorgang erheblich stört. Ich habe bei meinen Beratungen immer häufiger den Fall, dass Tierbesitzer mich um Tipps bitten, damit die Katze mehr trinkt. Ich versuche dabei dann immer zu erläutern, dass es sich um ein grundsätzliches Missverständnis handelt, denn eigentlich trinken richtig ernährte Katzen wenig bis gar nicht, so sollte es sein. In einem hochwertigen Nassfutter ist ausreichend Flüssigkeit enthalten, sodass die Katze nicht zusätzlich trinken muss. Ein ausgeprägtes Trinkverhalten ist nicht natürlich und lässt sich meist auf Trockenfutter oder aber auch auf die ersten Anzeichen einer Niereninsuffizienz zurückführen. Das ist den allermeisten Tierbesitzern nicht bewusst, vermutlich auch deswegen, weil Dinge gerne vom Menschen auf die Katze übertragen werden, wovon ich grundsätzlich abrate.


2. Pflanzliche Bestandteile

Neben dem Aspekt der fehlenden Flüssigkeit, sind zudem die Inhaltsstoffe von Trockenfutter problematisch. Die meisten Trockenfutter enthalten große Mengen an Getreide oder anderen pflanzlichen Bestandteilen, was wie bereits erläutert, völlig ungeeignet für die Ernährung von Hunden und Katzen ist. Diese können vor allem bei Katzen nicht richtig verdaut werden und schaden darüber hinaus der Darmflora.

Sie macht etwa 80% des Immunsystems aus und wird durch das Trockenfutter erheblich aus dem Gleichgewicht gebracht, was das Tier anfällig für andere Dinge macht.

Auch immer wieder auffällig ist die große Kotmenge bei Tieren, die mit Trockenfutter gefüttert werden. Eigentlich ist Katzen Kot einer der konzentriertesten Kote im Tierreich, da Fleischfresser den Großteil der Nahrung verwerten können und dementsprechend wenig übrig bleibt. Der hohe Kotabsatz bei Trockenfutter bestätigt einmal mehr, dass dieses nicht gut verdaut werden kann.


3. Tierische Bestandteile und Zusatzstoffe

Die verwendeten tierischen Bestandteile sind oft sehr minderwertig in Form von Fleisch- und Fischmehlen, welche aus Resten gewonnen werden. Meist stammen sie aus der Massentierhaltung und können daher auch Medikamentenrückstände enthalten, die dein Tier belasten. Das Haustier bekommt also nicht nur zu wenig Fleisch, sondern hat dieses auch keine gute Qualität.

Aufgrund der mangelnden Qualität der Inhaltstoffe sind Trockenfutter oft mit einigen Zusatzstoffen gefüllt. Diese können entweder der Konservierung dienen und gesundheitlich umstritten sein, oder es handelt sich um Vitamine und andere Spurenelemente, die aufgrund der Aufbereitung des Fleischs nicht mehr natürlich enthalten sind und dem Futter daher extra zugesetzt werden müssen.

Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die entsprechenden Vitamine meist künstlich synthetisiert werden und nicht in vollem Umfang die Funktion des natürlichen Vitamins erfüllen können. Zudem sind sie oft hoch dosiert, da die Hersteller auf Nummer sicher gehen wollen, um Mangelerscheinungen zu vermeiden, was jedoch vor allem bei sogenannten Speichervitaminen problematisch werden kann. Diese nimmt der Körper immer auf, egal wie gut er damit versorgt ist. Dadurch kann auf Dauer eine Überdosis entstehen, die dann gesundheitliche Folgen hat.

Es gilt daher: Je weniger Zusatzstoffe das Futter enthält, desto gesünder und hochwertiger sind die verwendeten Zutaten.


4. Fettgehalt

Die im Trockenfutter enthaltene Menge an Fett liegt meist bei etwa 20%, was ziemlich hoch ist. Die natürliche Nahrung von Hunden und Katzen enthält im Durchschnitt 5% Fett, im Trockenfutter findet sich also die vierfache Menge, was zu entsprechenden gesundheitlichen Folgen führt. Übergewicht und damit verbundene Gelenk Erkrankungen sind nur ein Beispiel.

Ursächlich für die hohe Menge im Trockenfutter ist in erster Linie die Tatsache, dass Fett Geschmacksträger ist. Bedenken Sie dabei, dass bei der Herstellung minderwertige Zutaten in Form von Pulver zu Pellets gepresst werden und anschließend mit Fett besprüht werden. Ohne dieses Fett würde das Futter vermutlich gar nicht gefressen werden, man kann durchaus auch von einer gewissen Manipulation sprechen.


5. Vermeintliche Vorteile

Immer wieder sind auch angebliche gesundheitliche Vorteile von Trockenfutter im Umlauf. Das Haupt Argument in diesem Zusammenhang ist: Trockenfutter ist gut für die Zähne, vor allem gegen Zahnstein. Leider ist auch dieses Argument nur auf den ersten Blick wirksam. Katzen und Hunde sind Schlingfresser, d.h. auf der Nahrung wird nur recht wenig gekaut, diese wird meist sehr zügig geschluckt. Zudem sind Trockenfutter Pellets in der Regel auch reicht klein, wodurch noch weniger gekaut werden muss. Ein Effekt der Reibung, der die Zähne pflegt, ist also gar nicht vorhanden.

Am besten lassen sich die Zähne mit gesunder Ernährung erhalten,

denn dann hat dein Tier eine gute Speichelzusammensetzung, die

Zahnbeläge erst gar nicht entstehen lässt.



Ohne Beläge kann auch kein

Zahnstein entstehen. Es gibt dabei

natürlich auch genetische

Veranlagungen, wodurch das Problem

besonders ausgeprägt ist. In solchen

Fällen empfehle ich eine natürliche

Nahrungsergänzung, die Zahnbeläge

enzymatisch abbaut. man streut das

Pulver einfach über das Futter.





Auch immer wieder höre ich, dass Trockenfutter hygienischer und bequemer sei. Das ist grundsätzlich nicht falsch, jedoch sollte man immer die richtigen Prioritäten setzen. Meist wird den Tieren das Trockenfutter den ganzen Tag zur Verfügung gestellt. Die ist zunächst gut gemeint, führt jedoch zu mehreren Problemen.

Da dein Tier den ganzen Tag über fressen kann, verliert es den Überblick über die Menge und frisst so auch ganz schnell zu viel.

Zudem sind Katzen und Hunde für ein solches Fressverhalten nicht gemacht. Raubtiere brauchen zwingend Pausen zwischen den einzelnen Mahlzeiten, damit die Verdauung gut ablaufen kann. Zwei bis drei Mahlzeiten am Tag sind absolut ausreichend, daher braucht man auch als berufstätiger Tierbesitzer der Katze in der Abwesenheit kein Trockenfutter zur Verfügung stellen. Ohne Trockenfutter haben die Tiere zu den Futter Zeiten viel mehr Lust auf das Nassfutter, es wird schnell gefressen und kann so erst gar nicht schlecht werden.




Futterprägung

Wenn ein Tier über mehrere Jahre Trockenfutter bekommen hat, wird es hinsichtlich der Ernährung völlig falsch geprägt. Der Besitzer hat für sein Haustier eine Art Elternrolle, daher vertraut dir dein Tier und geht davon aus, dass es von dir das richtige zu fressen bekommt. Vergesse dabei nicht, dass du eine große Verantwortung hast und die Gesundheit deines Tiers mit der Ernährung stark beeinflusst.

Spätestens wenn Tiere krank werden, ist es meist notwendig auf die Ernährung zu achten. Wenn das Tier entsprechend vorgeprägt ist, wird ein Nassfutter dann meist gar nicht gefressen. Das liegt daran, dass das Tier dieses nie als Nahrung kennengelernt hat.

Je nach Alter und Dauer der Trockenfutter Gabe ist es dann sehr schwierig, die Prägung noch einmal zu ändern.




Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass Trockenfutter maximal weit von der natürlichen Nahrung von Hunden und Katzen entfernt ist und zu allerlei Problemen führt. Die auf den ersten Blick vorhandenen Vorteile sind bei näherer Betrachtung leider wenig bedeutsam.

Ich empfehle stattdessen jedem Tierbesitzer, ein hochwertiges Nassfutter zu füttern, die Gesundheit deines Tieres wird es dir danken.

Da ich immer wieder nach konkreten Empfehlungen gefragt werde, findest du nachfolgend einen Link zu einem hochwertigen Nassfutter, welches meine eigenen Tiere seit Jahren bekommen. Weitere Futter findest du zudem bei meinem Futter Test.














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